Lohnpfändung — Pfändungsfreibetrag selbst berechnen
Wenn dein Lohn gepfändet wird, gibt es einen gesetzlichen Freibetrag — der ist ab 01.07.2026 in der aktuellen Pfändungstabelle festgelegt. Wie viel dir bleibt, hängt von deinem Netto-Einkommen und Unterhaltspflichten ab.
Was du auf dieser Seite findest
Wann beginnt eine Lohnpfändung?
Eine Lohnpfändung ist nur möglich, wenn der Gläubiger einen vollstreckbaren Titel hat (Urteil, Vollstreckungsbescheid, notarielle Urkunde, § 794 ZPO). Mit dem Titel beantragt er beim Vollstreckungsgericht einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (§ 829, § 835 ZPO).
Der Beschluss wird dem Arbeitgeber zugestellt — der ist gesetzlich verpflichtet, ab Zustellung den pfändbaren Anteil deines Lohns direkt an den Gläubiger zu überweisen. Du erfährst das oft erst, wenn das Geld auf dem Konto fehlt.
Der Pfändungsfreibetrag (§ 850c ZPO)
Das Gesetz schützt einen Mindestbetrag — den Pfändungsfreibetrag. Er ergibt sich aus § 850c ZPO und wird jährlich zum 1. Juli angepasst.
Stand 01.07.2026: ca. 1.560 € Netto-Einkommen für eine Person ohne Unterhaltspflichten. Pro unterhaltspflichtigem Familienmitglied (Ehepartner, Kind) steigt der Freibetrag um mehrere hundert Euro.
Nur das, was über dem Freibetrag liegt, ist pfändbar — und auch das nur in Staffeln (10 % bis 70 %, je nach Einkommens-Stufe).
Unterhaltspflichten — was zählt?
Als unterhaltspflichtig gelten: Ehepartner, eingetragener Lebenspartner, eigene Kinder (auch volljährige in Ausbildung), in Einzelfällen auch Eltern. Der Nachweis erfolgt über Heiratsurkunde, Geburtsurkunde, Schul-/Studien-Bescheinigung.
Wichtig: der Vollstreckungs-Gerichtsvollzieher oder Arbeitgeber muss von den Unterhaltspflichten aktiv informiert werden — sonst wird mit dem niedrigen Grundfreibetrag gerechnet.
Pfändungstabelle 2026 (Stand 01.07.2026)
Die offizielle Pfändungstabelle ist eine Anlage zur ZPO und gilt für 12 Monate. Sie listet pro Netto-Einkommens-Stufe (in 10-€-Schritten) den pfändbaren Betrag — gestaffelt nach 0, 1, 2, 3, 4 und 5+ Unterhaltspflichten.
Statt händisch zu rechnen: Pfändungs-Check in FinoraQ nutzen — kostenlos, ohne Login. Du gibst Netto-Einkommen und Unterhaltspflichten ein, bekommst sofort den pfändbaren Betrag.
Beispiel-Rechnungen
Beispiel 1: Netto 2.000 €, keine Unterhaltspflichten → Freibetrag ca. 1.560 €, pfändbar etwa 308 €/Monat.
Beispiel 2: Netto 2.500 €, verheiratet, 2 Kinder → Freibetrag ca. 2.900 € → pfändbar 0 € (Einkommen liegt unter Freibetrag).
Beispiel 3: Netto 4.000 €, Single ohne Unterhalt → Freibetrag 1.560 €, pfändbar etwa 1.708 €/Monat.
Die genauen Werte hängen von der aktuellen Pfändungstabelle ab und ändern sich jährlich.
P-Konto — der zweite Schutz
Wenn nicht dein Lohn, sondern dein Konto gepfändet wird (Kontopfändung), greift der Lohnpfändungs-Schutz erst, wenn du dein Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umwandelst.
Das geht in 3 Schritten, Bank ist gesetzlich verpflichtet (§ 850k ZPO). Mehr dazu im Ratgeber P-Konto einrichten.
Häufige Fragen
Wann beginnt eine Lohnpfändung?
Eine Lohnpfändung ist nur möglich, wenn der Gläubiger einen vollstreckbaren Titel hat (Urteil, Vollstreckungsbescheid, notarielle Urkunde, § 794 ZPO).
Der Pfändungsfreibetrag (§ 850c ZPO)?
Das Gesetz schützt einen Mindestbetrag — den Pfändungsfreibetrag .
Unterhaltspflichten — was zählt?
Als unterhaltspflichtig gelten: Ehepartner, eingetragener Lebenspartner, eigene Kinder (auch volljährige in Ausbildung), in Einzelfällen auch Eltern.
Pfändungstabelle 2026 (Stand 01.07.2026)?
Die offizielle Pfändungstabelle ist eine Anlage zur ZPO und gilt für 12 Monate.
Beispiel-Rechnungen?
Beispiel 1: Netto 2.000 €, keine Unterhaltspflichten → Freibetrag ca.