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Inkasso-Wegweiser · BDIU-Mitglied

Brief von Coface Deutschland erhalten — was jetzt?

Echtheit, Forderung, Inkassokosten und Frist in 5 Schritten sortieren — bevor du zahlst oder unterschreibst.

Sitz
Mainz
Gegründet
1946
Konzern
Coface S.A. (Frankreich)
Telefon-Vorwahl
06131er-Vorwahl (Mainz)

Wer ist Coface Deutschland?

Coface Deutschland (Firmierung: Coface Finanz GmbH / Coface Debitoren GmbH) hat seinen Sitz in Mainz und ist Teil von Coface S.A. (Frankreich). BDIU-Mitglied, registriert nach § 10 RDG. Schwerpunkt Kreditversicherung + B2B-Inkasso.

Typische Auftraggeber

  • Internationale B2B-Forderungen
  • Versicherte Kreditforderungen

Echtheits-Check — ist der Brief wirklich von Coface?

Verbraucherzentralen warnen seit Jahren vor Fake-Briefen, die Logos und Firmennamen echter Inkasso-Unternehmen nutzen. Diese Merkmale eines echten Coface-Briefes solltest du prüfen:

  • Coface-Logo (blau-rot)
  • Adresse in 55124 Mainz

Faustregel: Eine ausländische IBAN (außerhalb DE/AT/CH), eine ausländische Telefonnummer im Briefkopf oder eine vom offiziellen Sitz abweichende Adresse sind Warnsignale. Im Zweifel die offizielle Website coface.de aufrufen.

Schritt-für-Schritt-Plan, wenn der Brief echt ist

  1. Hauptforderung prüfen. Stammt sie aus einem echten Vertrag? Wurde sie schon einmal bezahlt? Ist sie verjährt (Regel: 3 Jahre, § 195 BGB)?
  2. Inkassokosten prüfen. Mit dem Inkasso-Kosten-Check rechnest du nach, wie viel Coface maximal verlangen darf (§ 4 RDGEG / VV RVG Nr. 2300).
  3. Frist notieren. Nicht ignorieren — auch nicht, wenn du widersprechen willst. Eine Reaktion ist besser als keine.
  4. Schriftlich antworten. Telefonisch nichts zusagen, alles schriftlich. So bleibt deine Position dokumentiert.
  5. Wenn unklar: kostenlose Schuldnerberatung kontaktieren (Caritas, Diakonie, Verbraucherzentrale).

Häufige Fragen zu Coface

Ist ein Brief von Coface Deutschland immer echt?

Nein, der Name Coface wird in den letzten Jahren häufiger für Fake-Briefe missbraucht. Echtheit immer über die offizielle Domain (coface.de) und eine selbst recherchierte Telefonnummer prüfen — nie über die Kontaktdaten im verdächtigen Brief selbst.

Darf Coface pauschal jede Kosten-Summe verlangen?

Nein. Inkasso-Unternehmen unterliegen § 4 RDGEG i.V.m. VV RVG Nr. 2300. Der gesetzliche Höchstsatz für die Inkassokosten beträgt 1,3-fache Geschäftsgebühr aus der RVG-Tabelle + Auslagenpauschale (max. 20 €) + ggf. 19 % USt. Du kannst den zulässigen Maximalbetrag mit dem Inkasso-Kosten-Check selbst berechnen.

Was passiert, wenn ich nicht reagiere?

Wenn die Forderung berechtigt ist, eskaliert Coface typischerweise in folgenden Stufen: weitere Mahnung mit höheren Kosten → ggf. Antrag auf Mahnbescheid beim Amtsgericht → bei fehlendem Widerspruch Vollstreckungsbescheid → Pfändungs-Anträge. Jede Stufe verteuert die Forderung.

Kann ich mit Coface eine Ratenzahlung vereinbaren?

Ja, das ist häufig möglich und für beide Seiten attraktiv. Eine schriftliche Vereinbarung ist wichtig — mündliche Zusagen sind später schwer zu beweisen. Eine Brief-Vorlage findest du im Ratgeber zum Thema Ratenzahlung.