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Inkasso-Wegweiser · BDIU-Mitglied

Brief von Riverty (vormals Arvato Financial Solutions / Paigo) erhalten — was jetzt?

Echtheit, Forderung, Inkassokosten und Frist in 5 Schritten sortieren — bevor du zahlst oder unterschreibst.

Sitz
Verl (Ostwestfalen)
Gegründet
2022
Konzern
Bertelsmann
Telefon-Vorwahl
05246er-Vorwahl (Verl) — keine Berliner Nummer

Wer ist Riverty (vormals Arvato Financial Solutions / Paigo)?

Riverty (vormals Arvato Financial Solutions / Paigo) (Firmierung: Riverty GmbH) hat seinen Sitz in Verl (Ostwestfalen) und ist Teil von Bertelsmann. BDIU-Mitglied, registriert nach § 10 RDG.

Typische Auftraggeber

  • Klarna
  • Amazon
  • Zalando
  • BNPL-Anbieter (Buy-now-pay-later)
  • Online-Händler

Verifizierter Fakten-Check: Riverty

Diese rechtlichen Eckdaten haben wir gegen die Primärquellen geprüft — das offizielle Impressum des Unternehmens und das amtliche Rechtsdienstleistungsregister des Bundesamts für Justiz:

Firmierung
Riverty Services GmbH
Sitz (lt. Impressum)
Gütersloher Straße 123, 33415 Verl
Handelsregister
HRB 10100, Amtsgericht Gütersloh
USt-IdNr.
DE241977674
Inkasso-Erlaubnis
Registrierter Inkassodienstleister nach § 10 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 RDG (BfJ, Reg-Nr. 2024 0000 6685); zugelassenes Kreditdienstleistungsinstitut (KrZwMG/BaFin); BDIU-Mitglied

Geprüft am 04.06.2026 · Quelle: offizielles Impressum Riverty sowie Rechtsdienstleistungsregister (Bundesamt für Justiz). Angaben können sich ändern — im Zweifel direkt an der Quelle prüfen.

Echtheits-Check — ist der Brief wirklich von Riverty?

Verbraucherzentralen warnen seit Jahren vor Fake-Briefen, die Logos und Firmennamen echter Inkasso-Unternehmen nutzen. Diese Merkmale eines echten Riverty-Briefes solltest du prüfen:

  • Riverty-Logo (vormals Paigo / Infoscore)
  • Postfach in 33415 Verl
  • Hinweis auf ursprünglichen Online-Kauf

Faustregel: Eine ausländische IBAN (außerhalb DE/AT/CH), eine ausländische Telefonnummer im Briefkopf oder eine vom offiziellen Sitz abweichende Adresse sind Warnsignale. Im Zweifel die offizielle Website riverty.com aufrufen.

Schritt-für-Schritt-Plan, wenn der Brief echt ist

  1. Hauptforderung prüfen. Stammt sie aus einem echten Vertrag? Wurde sie schon einmal bezahlt? Ist sie verjährt (Regelverjährung 3 Jahre, § 195 BGB)? Beim Verdacht auf Doppelzahlung: Kontoauszüge der letzten 3 Jahre sichten.
  2. Inkassokosten prüfen. Mit dem Inkasso-Kosten-Check rechnest du nach, wie viel Riverty maximal verlangen darf (§ 4 RDGEG / VV RVG Nr. 2300). Bei einer Hauptforderung von 1.000 € sind das z.B. maximal etwa 156 € Inkassokosten.
  3. Frist notieren. Nicht ignorieren — auch nicht, wenn du widersprechen willst. Eine schriftliche Reaktion ist immer besser als Schweigen. Sehr kurze Fristen (3 Tage) sind häufig unangemessen kurz nach § 271 BGB — du darfst um eine angemessene Frist bitten.
  4. Schriftlich antworten. Telefonisch nichts zusagen, alles per Einschreiben mit Rückschein oder E-Mail mit Lesebestätigung. So bleibt deine Position dokumentiert und beweisbar.
  5. Wenn unklar: kostenlose Schuldnerberatung kontaktieren (Caritas, Diakonie, Verbraucherzentrale). Bei mehr als 3 Gläubigern oder Gesamtschulden über 6 Monats-Netto: dringend Beratung suchen.

Wie läuft die Eskalation bei Riverty typischerweise ab?

Die Stufen sind bei den meisten Inkasso-Unternehmen ähnlich. Wichtig zu wissen: nach jeder Stufe steigen die Kosten, und ab Stufe 4 wird die Sache gerichtlich.

  1. Erste Aufforderung von Riverty. Brief mit Hauptforderung, Inkassokosten und neuer Frist (meist 7–14 Tage). Verzugszinsen (5 % über Basiszinssatz, § 288 Abs. 1 BGB) laufen mit.
  2. Zweite Mahnung mit höheren Kosten. Falls keine Reaktion: weitere Mahnung, teils mit zusätzlichen Bearbeitungspauschalen. Hier ist oft noch Verhandlungs-Spielraum.
  3. Androhung gerichtliches Mahnverfahren. Letzter außergerichtlicher Schritt. Mit FinoraQ kannst du jetzt noch eine Ratenzahlung oder ein Bestreiten in saubere Form bringen.
  4. Mahnbescheid vom Amtsgericht. Der „gelbe Brief". Kein Urteil, aber: 14-Tage-Widerspruchsfrist (§ 692 ZPO). Form-freier Widerspruch mit beiliegendem Formular reicht aus, keine Begründung nötig.
  5. Vollstreckungsbescheid. Nur bei fehlendem Widerspruch. Jetzt ist die Forderung tituliert (30 Jahre vollstreckbar, § 197 BGB). Noch 14 Tage Einspruchs-Frist (§ 700 ZPO).
  6. Zwangsvollstreckung. Lohn- oder Kontopfändung über Gerichtsvollzieher. P-Konto (§ 850k ZPO) schützt den Grundfreibetrag.

Du kannst die Eskalation auf jeder Stufe stoppen — entweder durch Zahlung, durch eine Ratenzahlungs-Vereinbarung oder durch einen sauberen Widerspruch (wenn die Forderung unberechtigt ist).

Was du bei Riverty besser nicht tust

  • Niemals einfach drauflos zahlen, bevor Echtheit und Höhe geprüft sind. Eine Teilzahlung kann als Anerkenntnis der gesamten Forderung gewertet werden (§ 212 Abs. 1 Nr. 1 BGB) und die Verjährung neu starten.
  • Niemals nur am Telefon „verhandeln". Mündliche Zusagen sind später kaum beweisbar — alles schriftlich, am besten per Einschreiben oder E-Mail mit Lesebestätigung.
  • Niemals Daten preisgeben, ohne den Brief vorher per offizieller Domain auf Echtheit zu prüfen. Schon der Klick auf einen Login-Link aus einer Fake-Mail kann Phishing-Schaden anrichten.
  • Briefe nicht ignorieren, auch wenn die Forderung falsch ist. Ein schriftliches Bestreiten ist deine Schutz-Linie — Schweigen wird oft als Anerkenntnis gewertet.
  • Keine vorschnellen Erklärungen unterschreiben, die dir vom Inkasso vorgeschlagen werden (z.B. „Anerkennung als Schuldgrund") — diese können dich rechtlich für 30 Jahre binden.

Häufige Fragen zu Riverty

Ist ein Brief von Riverty (vormals Arvato Financial Solutions / Paigo) immer echt?

Nein, der Name Riverty wird in den letzten Jahren immer wieder für Fake-Briefe missbraucht. Echtheit immer über die offizielle Domain (riverty.com) und eine selbst recherchierte Telefonnummer prüfen — niemals über die Kontaktdaten im verdächtigen Brief selbst. Ein Eintrag im offiziellen Rechtsdienstleistungsregister des Bundesamts für Justiz bestätigt zusätzlich die Zulassung.

Darf Riverty pauschal jede Kosten-Summe verlangen?

Nein. Inkasso-Unternehmen unterliegen § 4 RDGEG in Verbindung mit VV RVG Nr. 2300. Der gesetzliche Höchstsatz für die Inkassokosten beträgt 1,3-fache Geschäftsgebühr aus der RVG-Tabelle (gestaffelt nach Streitwert) plus Auslagenpauschale (max. 20 €) plus ggf. 19 % USt. Bei einer Hauptforderung von 500 € sind das beispielsweise maximal etwa 91 € Inkassokosten. Höhere Beträge sind anfechtbar.

Was passiert, wenn ich nicht reagiere?

Bei berechtigter Forderung eskaliert Riverty typischerweise in folgenden Stufen: weitere Mahnung mit höheren Kosten → ggf. Antrag auf Mahnbescheid beim Amtsgericht → bei fehlendem Widerspruch Vollstreckungsbescheid → Pfändungs-Anträge (Lohn, Konto). Jede Stufe verteuert die Forderung. Wichtig: schon ein einziger Brief mit Bestreiten der Forderung kann diese Eskalation stoppen — Schweigen wird häufig als Anerkenntnis interpretiert.

Kann ich mit Riverty eine Ratenzahlung vereinbaren?

Ja, das ist in den meisten Fällen möglich und für beide Seiten attraktiv — eine gerichtliche Vollstreckung ist auch für das Inkasso aufwändig. Realistische Raten orientieren sich an 5–10 % deines pfändungsfreien Netto-Einkommens. Eine schriftliche Vereinbarung ist wichtig — mündliche Zusagen sind später schwer zu beweisen. Telefonisch nichts zusagen, alles per Einschreiben oder E-Mail mit Lesebestätigung.

Wie lange darf Riverty eine Forderung überhaupt geltend machen?

Die Regelverjährung beträgt 3 Jahre ab Ende des Entstehungsjahres (§ 195 i.V.m. § 199 BGB). Eine Forderung aus 2022 verjährt also zum 31.12.2025 — solange nicht durch Mahnbescheid oder Anerkenntnis gehemmt oder unterbrochen. Bei titulierter Forderung (Vollstreckungsbescheid, Urteil) gilt die 30-Jahres-Frist nach § 197 BGB. Bei Verdacht auf Verjährung kannst du dich aktiv darauf berufen (Einrede der Verjährung, § 214 BGB).

Was bedeutet die Aktenzeichen-Nummer auf dem Riverty-Brief?

Das Aktenzeichen ist die interne Vorgangsnummer bei Riverty. Bei jedem Schriftverkehr unbedingt mit angeben — sonst kann deine Antwort nicht zugeordnet werden und gilt als nicht eingegangen. Bei Telefon-Kontakten ebenfalls direkt nennen. Hat ein Brief KEIN Aktenzeichen, ist das ein weiterer Echtheits-Verdacht.

Darf Riverty die Forderung an einen Dritten weitergeben?

Ja, durch sogenannte Abtretung (Zession nach § 398 BGB) — sehr häufig bei Forderungs-Aufkäufen (NPL, non-performing loans). Du musst über die Abtretung schriftlich informiert werden. Der neue Forderungsinhaber tritt vollständig in die Rechte des Ursprungsgläubigers ein — Einreden, die du gegen den Ursprungsgläubiger hattest (Verjährung, Bestreiten), gelten weiter (§ 404 BGB).

Bekommt Riverty einen Schufa-Eintrag, wenn ich nicht zahle?

Nicht automatisch. Eine Meldung an die Schufa ist nur zulässig, wenn (a) die Forderung fällig und unbestritten ist, (b) du mindestens 2× schriftlich gemahnt wurdest, (c) bei der ersten Mahnung explizit auf die geplante Meldung hingewiesen wurdest, (d) zwischen 1. Mahnung und Meldung mindestens 4 Wochen liegen. Wenn du die Forderung bestreitest, darf sie NICHT als unbestritten gemeldet werden — dafür gibt es einen Brief-Bestreitungs-Baustein bei FinoraQ.